Ausbildung 

Einstiegsqualifizierung: erfolgreiche Starthilfe in die Berufsausbildung

Mit einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) kann Jugendlichen der Start in die Berufsausbildung gelingen, auch wenn sie nach dem Schulabgang noch nicht als 'ausbildungsreif' gelten. Die Chance, nach einem solchen Praktikum im Betrieb in eine Ausbildung übernommen zu werden, liegt bundesweit bei rund 60%.

Die Praktika werden von den Arbeitsagenturen und Jobcentern finanziell gefördert. Die Sätze wurden rückwirkend ab 1. August 2010 auf monatlich 216 Euro Zuschuss zur Vergütung der Arbeitgeber erhöht. Der ebenfalls übernommene pauschale Sozialversicherungsbetrag beläuft sich auf monatlich 109 Euro.

Der neue Ausbildungspakt 2011 – 2014 sieht in den Einstiegsqualifizierungen weiterhin einen guten Weg für Jugendliche, in Ausbildung zu kommen. Ergänzend zur bisherigen Form der Einstiegsqualifizierung wird es künftig das sog. 'EQ plus' geben, eine Kombination aus Einstiegspraktikum und ausbildungsbegleitenden Hilfen durch das Jobcenter für diejenigen, die Nachhilfe oder sozialpädagogische Zusatzbetreuung benötigen. 

Auch in diesem Jahr kann wieder  EQ bzw. 'EQ-Plus' begonnen werden. Da Einstiegspraktikanten am Berufsschulunterricht teilnehmen, heißt es: 'Je früher desto besser.'  

 

Was ist eine Einstiegsqualifizierung?

Ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen sollen ein Vorbereitungsangebot erhalten, um im Sommer 2013 einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Das Ziel der betrieblichen Einstiegsqualifizierung heißt: Potenziale erschließen durch den Einstieg in Ausbildung und Arbeit. EQ ist ein zusätzliches Qualifizierungsinstrument zur besseren Fachkräftesicherung. Es dient nicht dazu, statt regulärer Ausbildung auf preiswerte Praktikanten umzustellen. Die Ausbildungsberater der Kammern überprüfen Betriebe bei der Durchführung der Praktika und sind Ansprechpartner für EQ-Praktikanten zu Fragen des Praktikums.

Jugendliche und junge Erwachsene erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Die Einstiegsqualifizierung dient als Türöffner für Ausbildung oder Beschäftigung.

  • Betriebe können ihren Nachwuchs durch eine Einstiegsqualifizierung näher kennen lernen. Die Betriebe sehen mehr von den praktischen Begabungen als Schulzeugnisse aussagen.

  • Noch nicht ausbildende Betriebe können selbst in die Ausbildung einsteigen. Auch Betriebe, die nicht alle Anforderungen an eine komplette Ausbildung erfüllen, können mitmachen. Der Betrieb muss spezielle Tätigkeitsbereiche des betreffenden Ausbildungsberufs vermitteln können.

  • Die Betriebe können die Jugendlichen an eine Ausbildung heranführen. Der Übergang in eine Ausbildung oder Beschäftigung ist jederzeit möglich.
  • Einstiegsqualifizierungen sind aus allen Berufen ableitbar. Alle Tätigkeitsbereiche sind möglich. Sie können abhängig von der Entwicklung der Jugendlichen und den betrieblichen Gegebenheiten flexibel gestaltet werden.

  • Sie bieten Jugendlichen, die noch nicht voll ausbildungsfähig sind, eine neue Chance. Damit ist auch ein Imagegewinn für das Unternehmen verbunden.


Was müssen Unternehmen tun?

Sie schließen mit den jungen Menschen einen Vertrag über die Einstiegsqualifizierung und setzen sie in ihrem Unternehmen ein und vermitteln die fachspezifischen und sozialen Kompetenzen. Die Jugendlichen verpflichten sich zu lernen.

  • Betriebe stellen am Ende der Einstiegsqualifizierung ein betriebliches Zeugnis aus und bewerten die Leistungen.

  • Bei anschließender Ausbildung kann die Ausbildungszeit um bis zu sechs Monate verkürzt werden.

     

Was ist EQ plus?

Im neuen Ausbildungspakt 2011 - 2014 hat die Wirtschaft angeboten, neben EQ-Plätzen auch Angebote für Praktika einzuwerben, die noch besondere Nachhilfen beinhalten (EQ plus). Sie kommen in Betracht für junge Menschen, die neben dem Einstiegspraktikum noch fachlichen oder pädagogischen Nachholebedarf haben.